2013

Berlin, Grünau - 16. CityCup & 8. Offene Berliner Meisterschaft- 15./16.06.2013

Als 2. Wettkampf im recht schmalen Regattakalender 2013 stand für uns Berlin auf dem Programm. Nach den tollen Ergebnissen des Vorjahres wollten wir sehen, wo dieses Jahr unsere Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Booten steht. Trotz einer leicht verwirrenden Politik, wie viele Frauen ins Boot zu setzen seien, gingen wir mit der Maximalquote auf’s Wasser und fokussierten uns auf die scharf gestellte Ampelanlage des 100m-Starts. Mit ordentlichem Tiefgang pflügten wir durch das weiche Berliner Wasser und konnten in zügigen 24,07s das 1. Rennen als Dritter hinter den starken Blues Brothers und den Steel Dragons beenden. In dieser Reihenfolge endete auch der 2. Vorlauf nach 24,73s - somit war der neuerliche Finaleinzug perfekt. Obwohl auch dieses Rennen nicht ganz nach Plan verlief und der Start recht zäh kam konnten wir uns in 24,83s den fünften Platz im Feld der acht Finalboote erkämpfen.

Mit der Absicht die Starts explosiver zu gestalten gingen wir auf die 200m-Strecke im Berlin City Cup. Doch bereits beim Ablegen machte sich erneut Verunsicherung breit - lag der Bug doch schon wieder viel zu tief im Wasser. Nach kurzfristiger Umpositionierung auf dem Wasser gelang uns ein solides Rennen, das wir in 48,59s als Zweiter knapp hinter den Rumpaddlern beendeten. Diese Zeit sollte uns für das Halbfinale jedoch eine ordentliche Hypothek auferlegen - mussten wir doch so u.a. gegen Hannover, die Steel Dragons und das Team Vollbrett ran, die im 1. Lauf alle deutlich schneller waren. Wir würden also bereits jetzt alles geben müssen, um nicht den Einzug in das A-Finale zu verpassen. Motiviert bis in die Fingerspitzen und mit einer deutlichen Steigerung in 47,19s lieferten wir ein gutes Rennen ab. Dennoch reichte es nur zu Platz 4 und somit zum B-Finale. Die Enttäuschung in den Gesichtern war deutlich abzulesen, doch Alex schaffte es uns in der langen Mittagspause wieder zu motivieren und so machten wir uns daran, die 200m sportlich abzuschließen und zu zeigen was wir können. Denn auch wenn es nur ein B-Finale ist: ein Finale fährt man nicht, ein Finale gewinnt man!

 

Dementsprechend ließen wir uns auch nicht vom neuerlichen Tiefgang irritieren, der sich wie ein roter Faden durch’s Wochenende zog. Der Start war wieder ausbaufähig, doch auf der Strecke gingen wir in Führung. Auf den letzten Metern wurde es noch mal eng: das Team Speedform auf der Nachbarbahn kam regelrecht angeflogen, doch mit den finalen Schlägen holten wir uns das Ding. Der Jubel beim Blick auf die Anzeigetafel zeigte, dass wir uns auch über "kleine Siege" freuen können. Die abschließende Moderation der Siegerehrung war an Leidenschaftslosigkeit kaum zu überbieten, so dass wir uns auf den Weg in unsere Pension machten. 

Nach einer Nacht, die lange nicht so exzessiv wie im Vorjahr gefeiert wurde - im Gegenteil: es gab sogar Joggingverrückte um halb zwei Uhr morgens - trafen wir uns deutlich frischer um die 1000m-Langstrecke zu rocken. Neben uns auf den Bahnen: die Blues Brothers, die Hamburg Allstars, die Elb Meadow Masters und das Allsports Team Hannover. Mit Nobbi auf dem Bock und Colle auf der Trommel wurde das Team dieses Mal aus beiden Enden des Bootes intensiv nach vorne gepeitscht. Nach der Startphase blieb der Schlag deutlich über der angepeilten Marschgeschwindigkeit, aber wenn der Kahn läuft, dann läuft er. Zusammen mit den Blues Brothers lieferten wir uns einen harten Fight, der, abgesehen von einem sanftem Wegziehen der Schweriner auf der Hälfte der Strecke, Kopf an Kopf ablief. Mit einer Steigerung um 2 Schläge egalisierten wir den Vorsprung der Blues Brothers binnen kurzer Strecke und schon ging es auf die letzten 250m. Während unsere Gegner bereits hier den Endspurt ansetzten, ballerten wir erst auf den letzten 100m mit Schlagzahlen um die 80 dem Ziel entgegen. Wie sich herausstellen sollte genau die richtige Taktik: in 4:14,99min konnten wir 14/100s zwischen beide Boote bringen. Ein richtig geiles Rennen, dass uns fast auf das Podium befördert hätte: lediglich die Allsports, die Steel Dragon und der BDC waren (deutlich) schneller. 

Standen noch die 500m auf dem Programm: erneut Hannover und Schwerin in unserem Vorlauf, nur der Erste würde direkt in das Finale einziehen. In Anbetracht der Überlegenheit der Allsports waren wir darauf eingestellt, eher ein Trainingsrennen zu fahren. Dass Hannover gerammt wurde und die Blues Brothers volle Hütte fuhren stand nicht auf unserem Plan - verzockt. Unsere Gegner im Halbfinale hießen in der Folge MO-Dragons, Speedform und - als hätten wir drauf gewartet - Hannover. Somit war klar, dass dies bereits unser Finale sein würde. Wir klammerten uns an unsere minimale Chance und knallten alle Kraft auf’s Blatt. Start: unwichtig. Übergang: welcher Übergang? Strecke: Kampf, Wille, Ehrgeiz - alles da. 

Zusammen mit dem Team Speedform brachten wir Hannover dazu, sich ganz schön strecken zu müssen. Vermutlich hätten sie noch weitere Reserven gehabt, aber was gibt es Schöneres als zu sehen, dass man an der Kotzgrenze nicht gnadenlos hinterherfährt, sondern kaum ein halbes Boot hintendran ist. Letztlich war es auch egal in 2:05,19min die Winzigkeit von 6/100s hinter Speedform auf Platz 3 einzulaufen - es kam sowieso nur der Erstplatzierte weiter. Nach einer kurzen Pause wartete mit dem kleinen Finale auch schon das letzte Rennen des Wochenendes: noch einmal ins Boot steigen, noch einmal 500m wegpaddeln, noch einmal alle Muskeln aktivieren. Auf der Außenbahn 7 ins Rennen geschickt, wurden die Arme lang und länger. In 2:09min und Platz 3 mussten wir dem anstrengenden Halbfinale Tribut zollen. Im Gegensatz dazu wirkten die Sieger Speedform deutlich frischer - vielen Dank an dieser Stelle für die netten Gastpaddlerinnen (auch an die Meadows/Silverbacks)!

Abschließend hat uns dieses Wochenende gezeigt, wo unsere Stärken liegen und woran wir noch arbeiten müssen. Eine starke Leistung als Team - speziell auf den 100m und 1000m! Ganz großer Dank gilt Colle, die uns jedes Rennen perfekt getrommelt hat - nächstes Jahr sind wieder alle A-Finals dran, versprochen! OSPA-Dragons! Go! Go! Go!

 4. Rostocker Langstreckenrennen - 04.05.2013

Der erste Wettkampf der Saison wartet mit gleich zwei Überraschungen auf: zum einen fahren wir mangels Gegnern, die sich den langen Kanten zutrauen, nur die "kurze" Langstrecke über 6 Kilometer. Die zweite Überraschung: die Sonne scheint und im Laufe des Tages wird es geradezu sommerlich. So ist es auch nicht weiter schlimm, dass sich der Start deutlich nach hinten verzögert und wir eine Aufwärmrunde nach der anderen drehen. Dann endlich das Startsignal: 7 Boote nebeneinander und nochmal so viele in der Startreihe dahinter wühlen die Warnow auf und bringen gar ein Team zum Kentern. Von all dem bekommen wir nichts mit, haben wir doch mit dem Dragon Club links und den Machdeburjern rechts von uns genügend zu tun. Auf den ersten 2000m sind alle drei Boote dicht beieinander gedrängt während sich weiter rechts die Seebären und Lucky Punch vom Rest des Feldes lösen können. Indem wir gemeinsam mit dem DCR nach links ausbrechen gelingt es uns, die Machdeburjer vorerst abzuschütteln. Dabei kommt es im Eifer des Gefechts immer wieder zu kurzen Kollisionen, die beide Boote Zeit und Kraft kosten, daher sei hiermit nochmals eine Entschuldigung an den DCR ausgesprochen - toll gekämpft!

Trotz aller Widrigkeiten gelingt es uns zusammen zu den enteilten Booten aufzuschließen und sie kurz vor der Wende zu überholen, wobei uns die Tatsache zugutekommt, dass beide Teams nicht rechtzeitig aus dem flacher werdenden Wasser steuern. Um nicht den langen Außenweg fahren zu müssen nehmen wir vor der Wende Fahrt raus. Jana auf dem Steuerbock des DCR kontert dieses Manöver, indem sie in der Wende abbremst und uns doch auf die Außenbahn schickt. Dieses Abbremsen gibt den anderen Teams die Möglichkeit, sich wieder in den Kampf um die Führung einzuschalten - besonders de Machdeburjer nutzen die Chance und schießen innen durch. Während wir nahezu aus dem Stand beschleunigend nicht gegenhalten können müssen wir uns plötzlich auch noch der Seebären erwehren, die sich rechts an unser Heck geschoben haben. Mit kräftigen Schlägen gelingt es uns zunächst ein wenig Wasser zwischen beide Boote zu bringen bevor die Unisportler mit einem starken Zwischenspurt aufschließen können. Kopf an Kopf geht es die letzten 1,5 Kilometer dem Ziel entgegen. Während der DCR und de Machdeburjer ein paar Bootslängen vor uns ins Ziel kommen setzen wir den Endspurt an und können uns dank der Innenbahn knapp vor den Seebären durchsetzen und Platz 3 einfahren. 

Bei der anschließenden Siegerehrung erfahren wir, dass der DCR und wir aufgrund der Anmeldung für die 12km als Sportkategorie gewertet werden, was ein wenig Verwirrung bringt. Was auf dem Papier steht ist die eine Seite - auf dem Wasser sind wir Dritter geworden und so behalten wir das auch in Erinnerung. Ein kämpferisches Rennen - ohne Schäden an Mensch und Material. Wir sind gespannt auf nächstes Jahr!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© OSPA-Dragons 2016

E-Mail